Ja, wo bleibt denn die neue Hardware? Die üblichen Auguren waren sich so sicher, dass Apple auf der WWDC 2021 neue Macbooks Pro mit 14- und 16-Zoll-Bildschirm vorstellen würde, es ist gerade die richtige Zielgruppe im virtuellen Auditorium versammelt, die M1X-Macbooks Apple gewissermaßen aus den Händen reißen würde. Bei der Gelegenheit könnte man auch gleich noch einen neuen Mac Mini nachlegen, der wirklich Mini ist, was das Gehäuse betrifft und beinahe Mac Pro bei der Leistung. Und ein neues iPhone SE? Ja, wo steckt die neue Hardware? Seit April auf der Evergiven im Suezkanal oder was?

Im Jahr 2021 dauert alles etwas länger

Gemach, gemach. Sicher, die Gelegenheit wäre gestern günstig gewesen, mal gleich neue Hardware vorzustellen, doch offensichtlich ist sie noch nicht zur Auslieferung bereit. Die Idee, die Jahresproduktion von Macbooks Pro stecke auf dem Transportweg fest, ist nicht einmal völlig absurd, wenngleich man auf dem festgehaltenen Schiff keine Apple-Hardware vermuten dürfte. Aber auch Apple spürt allmählich die Chip-Knappheit, die eine Vielzahl von Ursachen hat: Pandemie, Handelskonflikte, Brände bei Wafer-Herstellern, immense Nachfrage wegen Cryptomining. Bei der letzten

Bilanzpressekonferenz hatte Tim Cook etwas in der Richtung angedeutet
. Bisher habe man sich relativ gut mit Reserven in der Lieferkette behelfen können, aber der Mangel an Chips werde auch Apple daran hindern, die Nachfrage nach Macs, iPhones und iPads ausreichend bedienen zu können.

Und jetzt legt die Pandemie in Taiwan so richtig los
, wo TSMC die A15- und M2-SoCs baut. Mag sein, dass neue Macbooks Pro und ein neuer Mac Mini fertig entwickelt sind und jederzeit auf eine Bühne zur Präsentation könnten, aber Apple müsste die Kaufinteressierten noch mehr auf die Folter spannen, als diejenigen, die Wochen und Monate auf ihren neuen iMac M1 warten. Also besser auf den Herbst warten – und in dem wird das iPhone 13 in seinen vier Varianten das für Apple weit wichtigere Produkt sein. Schminken wir uns neue Macbook Pro also erst einmal ab.

Aber wer braucht denn schon neue Hardware, wenn sein halbwegs aktueller Mac, das iPad vom Vorjahr und das zwei Jahre alte iPhone auch so fast völlig neu werden? Die WWDC – man muss es immer wieder betonen – ist eine Entwicklerkonferenz, bei der es um Software geht, speziell um Apples Betriebssysteme und deren Neuerungen, von denen auch die Apps der vor den Bildschirmen versammelten Entwickler profitieren können. Gut, so völlig neu wird das Gefühl mit Mac, iPad und iPhone auch dieses Jahr nicht, Apple treibt die Entwicklung inkrementell voran. Aber etliche interessante Neuerungen warten auf Kunden und Entwickler, die auf die Dauer wesentlich wichtiger sind als die Frage nach Dicke der Rahmen von Apple-Silicon-Macbooks.

Eine Reihe nützlicher Weiterentwicklungen

Das iPhone etwa soll weniger mit Benachrichtigungen stören – man könnte diese freilich auch ganz ausschalten. Aber immerhin wird die „Nicht Stören!“-Funktion granularer, was zur Arbeitszeit stört, ist nach Feierabend vielleicht wieder wichtig. Facetime bekommt auf allen Systemen endlich Funktionen, die man von anderen Konferenzprogrammen kennt (obwohl man all das an sich nicht hätte kennenlernen wollen …) und was besonders schön ist, ist das Teilen von Inhalten dienstlicher und privater Natur.

iPadOS 15 bringt das iPad ein Stück mehr in seinem Bestreben voran, Notebooks überflüssiger zu machen oder zumindest in Nischen zu verdrängen, in denen sie klassische Aufgaben des Desktops übernehmen. Multitasking, konfigurierbare Widgets und Bildschirme und die schnellen Notizen sind begrüßenswerte Neuerungen, die das Leben erleichtern.

macOS 12 Monterey schließlich verwischt die Grenzen zwischen iPad und Mac immer mehr, das Tablet ist nicht nur ein Zweitbildschirm für spezielle Ansichten, sondern erweitert die nutzbare Fläche. Und wenn man dann auch noch auf den M1-Mac seine Serien und Filme streamen und sie in Raumklang genießen kann – umso besser.

Entwickler freuen sichüber weitere Erleichterungen in Swift und mehr Möglichkeiten zur Präsentation ihrer Werke im App Store und vor allem über die neuen Swift Playgrounds auf dem iPad – so eine Art Xcode Light. Und über allem stehen Sicherheit und Privatsphäre, die den „Walled Garden“ von Apples Ökosystem noch attraktiver werden lassen. Siri etwa kann größtenteils offline werden,

iCloud+ bietet eine Art von VPN und Wegwerf-E-Mail-Adressen.

Die WWDC-Keynote war derart reichhaltig, dass wir die ganze Woche noch über Details werden berichten können, auch über solche, die Apple vielleicht nur am Rande erwähnt hatte oder erst in den Sessions für Entwickler vorführt. Es hat uns gestern nicht viel gefehlt. Eigentlich gar nichts.

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