Noch ist die Diskussion über den Datenskandal von Facebook nicht abgeschlossen, schon gibt es die Forderung, auch andere Internetkonzerne und ihren Umgang mit privaten Daten in den Blick zu nehmen. Google gilt als nächster Kandidat. Beide Unternehmen argumentieren stets, es gehe bei ihrer Neugier nur um die Werbung. Etwas anders sieht es bei Microsoft aus. Der Software-Hersteller drängt in die Cloud, folgt der Plattform-Ökonomie – und will ebenfalls immer mehr von seinen Kunden wissen.

Wie Google und Facebook übertreibt es auch Microsoft mit der Datenerfassung. Seit Windows 10 hat sich das Unternehmen harsche Kritik anhören müssen: Das Betriebssystem übermittelt ihm mehr Daten denn je. Es sammelt Standortdaten, scannt Inhalte, auf die Apps zugreifen, erlaubt diesen die Identifikation durch eine Werbe-ID und sendet sogar Informationen über das Schreibverhalten nach Amerika. Der Nutzer habe keine Kontrolle über seine Daten und die Informationen, die zu Microsoft übertragen würden, beklagte unlängst der baden-württembergische Landesdatenschutzbeauftragte Stefan Brink. Im Grunde genommen dürfe Windows 10 in deutschen Behörden nicht eingesetzt werden, und mit dem Inkrafttreten der Datenschutz-Grundverordnung im Mai verschärfe sich die Situation.

Was im Einzelnen erfasst wird und welche Tricks Microsoft dabei verwendet, zeigt der Installationsprozess von Windows 10. Wir haben ihn Schritt für Schritt auf einem neuen Rechner protokolliert. Während der ungeduldige Nutzer vieles schnell „wegklickt“, um seinen neuen PC zügig in Betrieb zu nehmen, wollten wir die Gefahrenstellen ermitteln, die für eine datensparsame Installation zu umschiffen sind.

Andernfalls startet Windows nicht

So gilt zunächst wie immer: Man tue genau das Gegenteil dessen, was einem immer wieder nahegelegt wird. Man verknüpfe nicht seine Daten mit unzähligen Microsoft-Diensten, man wähle nicht die Standardeinstellungen, man deaktiviere alle nur denkbaren Berechtigungen, man lasse nicht zu, was einem mit dem Argument der Bequemlichkeit nahegelegt wird, man stelle sich quer, sei widerborstig und trotzig.

Ein jungfräuliches Windows 10 fragt zunächst nach Land, Sprache und Tastaturlayout. Dann gibt es eine Belehrung über die Vorzüge des Sprachassistenten Cortana, der indes alle Sprachkommandos des Nutzers zur Auswertung nach Amerika schickt. Hat man das überstanden, buche man sich in sein W-Lan ein, Windows sucht dann nach Updates. Anschließend wird der Lizenzvertrag angezeigt. Man muss ihn annehmen, andernfalls startet Windows nicht.

Es folgt die Frage, ob Windows privat oder geschäftlich eingesetzt wird. Wir wählen Ersteres. Jetzt wird es spannend: Microsoft will eine persönliche Anmeldung mit vorhandenen Microsoft-Konten, der E-Mail-Adresse, der Telefonnummer oder des Skype-Namens. Rechner und eigene Microsoft-Identität sollen auf diese Weise verbunden werden. Hier drehe man Microsoft den Datenhahn zu. Man wähle die Schaltfläche unten links für ein Offline-Konto. Das ist bewusst sprachlich unklar gehalten, wer will schon „offline“ bleiben, und man bekommt noch einmal die Rückfrage, ob man das wirklich wolle. Denn Windows funktioniere „besser“ mit einem Microsoft-Konto. Die nächste Aufforderung besteht darin, dass man die Windows-Einrichtung „abschließen“ solle, indem man sich mit einem Microsoft-Konto anmelde. Der Begriff ist ebenfalls raffiniert gewählt. Denn wer sich widersetzt, der lässt einen Vorgang offen. Das kann man aber getrost tun.

Für technischen Support kontaktieren Sie uns unter:
www.kanatec.ch/service/windows-support

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