Der Edge Browser sollte der neue Stern am Browserhimmel sein – damit ist Microsoft bei der Einführung von Windows 10 gründlich gescheitert. Die meisten haben ihn lediglich dazu genutzt, Chrome oder Firefox herunterzuladen. Mit dem Nachfolger auf Chromium-Basis wollte man dann alles besser machen.

Und es sah gut aus: Der neue Edge verfügt über ein ansprechendes Design, unterstützt sämtliche Chrome-Erweiterungen und bringt spannende Funktionen mit. Aber jetzt, wo der neue Browser auf die PCs der Nutzer kommen soll, ist Microsoft mit Feuereifer dabei, den vielversprechenden Edge zum Hassobjekt der Nutzer zu machen.

Neuer Browser per Zwangs-Update

Die Zeit der Zwangsupdates sei vorbei, hieß es mal. Das gilt vielleicht für neue Windows-Updates, aber wohl nicht für den Edge Browser. Den bekommt nämlich nun jeder Windows-Nutzer aufs Auge gedrückt, ob er will oder nicht. Immerhin hat Microsoft für Unternehmen das Edge Chromium Blocker Toolkit bereitgestellt, das die Installation vorerst blockiert. Geheimtipp: Auch für Privatnutzer funktioniert das Tool. Wie lange, da darf man gespannt sein.

Doch damit nicht genug: Das Update, das den Browser forciert, kommt nicht nur auf Windows 10. Sogar Windows 7, das im Januar offiziell aus dem Support genommen wurde, bekommt den neuen Edge. Was sind denn das für Sitten, Microsoft? Keine Sicherheitsupdates, aber um jeden Preis ein neuer Browser? Wirft man einen Blick auf Twitter, schütteln da viele Nutzer nur noch den Kopf.

Wow, Microsoft: So aufdringlich ist der Edge

Als wäre das Update allein nicht genug, ist der Edge auch nicht besonders nett im Umgang, wenn man ihn einmal auf dem PC hat. Nach der Installation drängelt sich erst mal das Einrichtungsprogramm in den Vordergrund. Das ist selten nervtötend und will den Nutzer erst mal überzeugen, von Chrome oder Firefox auf Edge zu wechseln. Beenden lässt es sich gar nicht – außer man nutzt den Taskmanager. Doch Vorsicht: Wer das tut, importiert automatisch die Nutzerdaten aus dem Firefox in Edge. Wollen Sie das verhindern, müssen Sie das Setup durchlaufen und den Import von Browserdaten abwählen.

Damit ist es aber noch nicht getan. Ist der Edge erst mal installiert, setzt er sich in der Taskleiste und im Startmenü fest. Das ist ein Verhalten, das man von Adware kennt, aber nicht von seriöser Software. Möchte man dann außerdem Websites öffnen, wird man erst mal gefragt, ob man nicht doch den Standardbrowser wechseln möchte. Lieber Edge, es gibt einen Grund, warum ich meinen Standardbrowser so eingestellt habe.

Noch besser: Kommt der Edge Browser per Windows-Update, lässt er sich nicht wieder deinstallieren. Die einzige Möglichkeit, das zu verhindern, ist die Installation der Final-Version, noch bevor das Update kommt. Dann hat man ihn zwar trotzdem auf dem System, kann ihn aber immerhin wieder loswerden. Oder noch besser: Einfach zu Linux wechseln.

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