„Wer Ordnung hält, ist nur zu faul zum Suchen“, besagt ein Sprichwort. Dabei muss das Fahnden nach Dateien gar nicht schwierig sein: Es funktioniert mit Windows-Bordmitteln ganz passabel. Externe Tools haben es schwer, denn seit Windows Vista verfügt das Startmenü über eine Eingabemöglichkeit für vermisste Elemente auf der Festplatte respektive SSD. Auch bei geöffnetem Startmenü von Windows 8.1 und Windows 10 sucht das Startmenü, wenn Sie etwas eintippen; ein Suchfeld ist hier zunächst nicht zu sehen. Nachfolgend erfahren Sie einige Hintergründe zu der systemeigenen Suche sowie zu alternativen Downloads. Wir geben eine Einschätzung, wann sie sich lohnen. Um es vorwegzunehmen: Zumindest die MFT-basierten Datei-Suchtools sind trotz guter Windows-Suche nützlich, da sie mit hoher Performance auftrumpfen.

Wie arbeitet ein Datei-Suchprogramm?

Die Windows-Suchfunktion ist eigentlich überflüssig: Denn idealerweise sortieren Sie Ihre Dateien in Ordnern. Diese organisieren Sie bei Bedarf in Unterordnern. Aus Gründen der Datensicherheit sollten Sie (zumindest die wichtigen) Dateien nicht auf der Windows-Partition, sondern auf einer weiteren, reinen Datenpartition speichern. Es ist sogar möglich, mehrere Datenpartitionen anzulegen und dort Hierarchien mit Ordnern und Unterordnern zu verwalten. Dieses Ordnungskonzept ist aber mitunter zu viel des Guten: Eine, maximal zwei Datenpartitionen genügen meist. Letztlich ist übrigens jeder Ordner ein Unterordner, nicht nur ein Ordner im Ordner: Denn bereits eine Partition ist ein Verzeichnis, auch Wurzelverzeichnis genannt. Es trifft sich gut, wenn Ihre Dateien sinnvoll benannt sind, dann finden Sie sie leicht wieder. Kameraaufnahmen etwa tragen generische Namen mit fortlaufender Zahl; diese sollten Sie etwa nach einem Urlaub, wenn Sie sie von der Digicam-SD-Speicherkarte auf die PC-Festplatte/-SSD kopieren, per Batch automatisiert einen Namen verpassen. Tools mit künstlicher Intelligenz, etwa der Nero AI Photo Tagger, speichern in den Meta-Informationen Ihrer Bilder unsichtbar Daten; mit denen sortieren Sie Ihre Dateien in der Details-Ansicht im Windows Explorer und finden dank der Rubrizierung Fotos mit bestimmten Motiven. Ordner lassen sich in deren Eigenschaften mit neuen Icons versehen – eine weitere Strategie, um im Dickicht von einer Vielzahl an Verzeichnissen den Durchblick zu behalten.

Doch seien wir mal ehrlich: Die wenigsten Nutzer machen sich die Mühe, wirklich alles (!) fein säuberlich zu sortieren. Selbst wenn Sie einen Hang zur Ordnung innehaben – mitunter muss das Speichern von Dateien schnell gehen und dann legen Sie sie in irgendeinem Ordner und/oder mit kryptischem Dateinamen ab. Letzteren schlägt Ihre Software immerhin vor und Sie bestätigen nur noch. Oder Ihre Digitalkamera gibt bei Aufnahmen wenig sinnige Dateinamen vor und Sie versäumen es, die unter Windows anzupassen. Egal, ob Sie bislang durchgängig wenig Mühe aufgewandt oder nur in Ausnahmefällen bei der Dateisortierung geschludert haben: Datei-Suchtools dienen sich als ideale Helfer an, um Verschollenes wieder aufzustöbern. Das Prinzip: Sie geben den Dateinamen in ein Suchfeld ein und erhalten nach kurzer Zeit Treffer. Diese öffnen Sie meist per Doppelklick, über ein Kontextmenü ist häufig das Öffnen der Eigenschaften der Files möglich, das Kopieren mittels Drag & Drop auf den Desktop oder in einen Ordner im Windows Explorer geht oft auch. Bietet Ihre Suchsoftware Sortierspalten, ordnen Sie mehrere Treffer per Klick darauf etwa nach dem Alphabet, nach Dateityp oder nach der Dateigröße. So steigen Sie bei einer Vielzahl an Funden besser durch.

Die Voraussetzung, damit Datei-Suchtools Ihre Dateien schnell finden, ist ein Index. Es handelt sich dabei um eine Datenbank, in der Ihre Dateien verzeichnet sind. Beim Erstellen eines solchen Indexes grast eine Suchsoftware die von Ihnen oder automatisch gewählten Partitionen ab; mitunter erfolgt das außer bei internen im Zusammenspiel mit externen Datenträgern. Wichtig ist, dass das Such-Tool das Dateisystem eines zu analysierenden Laufwerks unterstützt, mit dem verbreiteten NTFS ist das kein Problem. Das ältere und technisch schwächere FAT32 dürfte ebenfalls meist unproblematisch sein; exotischer sind exFAT (etwa bei großen SD-Speicherkarten im Einsatz) und das aus der Windows-Server-Welt stammende ReFS. Im Zweifelsfall schauen Sie in der Dokumentation eines interessanten Datei-Suchtools, ob es ein bestimmtes für Sie wichtiges Filesystem unterstützt. Das Indizieren dauerte früher recht lange, heute geht es bei der passenden Software schnell: Die Voraussetzung ist, dass sie die MFT anzapft. In der Master File Table speichert Windows bei NTFS-Laufwerken, wo welche Datei (Dateipfad, logischer Speicherort im Dateisystem) physisch auf dem Datenträger liegt (physikalischer Ort). Die MFT zu scannen, ist schnell erledigt; Everything etwa ist daher rasant damit fertig, sich ein Bild Ihres Datenbestands gemacht zu haben. Die Voraussetzung für das Indizieren via MFT: NTFS kommt zum Einsatz, andere Dateisysteme, etwa FAT32, beherbergen keine MFT. Die MFT-Arbeitsweise macht vor allem das Erfassen der HDD-/SSD-Dateien rasant, nicht aber Dateisuchen an sich: Ein anderes Tool, das ohne MFT-Tricksereien zeitaufwendiger indexiert, sucht vermutlich genauso schnell, vorausgesetzt, der Index wurde vollständig erstellt. Ist er es nicht, sind Dateisuchen bis zur Fertigstellung des Vorgangs womöglich noch nicht möglich oder sie liefern unvollständige Ergebnisse, sprich: Dateien in den Trefferlisten fehlen.
Wenn der Dateiname wenig aussagekräftig ist und Sie ihn nicht im Kopf haben, sind härtere Geschütze nötig: Dann ist es wichtig, dass Ihr Such-Tool neben Dateinamen Dateiinhalte erfasst. Das beschränkt sich auf einige Dateitypen, etwa TXT. Es ist dann nicht nötig, sich an den Dateinamen zum Beispiel eines Briefes zu erinnern: Wissen Sie ein Wort, das in dem Dokument vorkommt, füttern Sie Ihr Suchprogramm damit und es stöbert das File auf. Das funktioniert, sofern die Datei im Index ist: Beim Indexieren, auch Indizieren genannt, erfassen Suchprogramme die auf den gewählten Partitionen gespeicherten Dateien. Das klappt, wenn die Suchsoftware das jeweils genutzte Dateisystem unterstützt. Bei einer rein MFT-basierten Indizierung ist keine Dateiinhalte-Erfassung möglich: Denn die NTFS-MFT speichert keine Dateiinhalte. Everything muss hier also passen; das ebenfalls per MFT arbeitende UltraSearch sucht auch nach Dateiinhalten, das passiert jedoch langsamer als gewöhnliches Suchen auf Basis via MFT aufgebauter Datenbank – denn solche Spezialsuchen erfolgen ohne (MFT-)Daten.

So funktioniert die Windows-Suche

Schon Windows XP verfügte über eine Suchfunktion, die Sie per Klick im Startmenü in einem Fenster öffneten. Einen Indexdienst gab es ebenfalls, er fand sich im Dienste-Manager von Windows (Win-R drücken, services.msc eingeben). Die XP-Suche zeichnete sich durch ein Maskottchen aus: Werkseitig sprang Ihnen der Hund Fredo entgegen. Die alternativen visuelle Dreingaben hören auf die Namen Merlin (Zauberer), Susy (chauffiert Sie in einem roten Gefährt) und Dennis (auf einem Surfbrett unterwegs). Bei einem englischsprachigen Windows XP heißen die Protagonisten Rover, Merlin, Courtney und Earl. Die Suchfunktion erlangte mit dem unbeliebten Windows Vista Reife: Es zog erstmals ein Suchfeld in den Windows Explorer (dort oben rechts) ein, ferner durchsuchen Sie seitdem den PC bei geöffnetem Startmenü. Ein Klick in das Suchfeld des Startmenüs ist (wie auch bei Windows 7) unnötig, direktes Drauflostippen fördert Suchergebnisse zutage. Es finden sich in den Suchergebnissen nur Einträge der wenigen Ordner, die die Windows-Indizierung erfasst. Die Suche über das Explorer-Eingabefeld oben rechts arbeitet ebenfalls indexbasiert und erfasst über die Datenbank hinaus weitere Dateien. Diese jenseits des Indexes zu finden, erfordert jedoch mehr Zeit.

Im Fenster Indizierungsoptionen regeln Sie, welche Ordner zum Index gehören sollen, und weiten so den Suchradius aus. Zu viele Verzeichnisse sollten aber nicht inbegriffen sein. Microsoft warnt in der Windows-7-Hilfe:

„Ein zu großer Index oder das Einbeziehen von Orten mit Systemdateien (beispielsweise der Ordner Programme) hat einen Geschwindigkeitsverlust bei Routinesuchen zur Folge. Optimale Ergebnisse erzielen Sie, indem Sie lediglich häufig durchsuchte Ordner hinzufügen.“

In den Indizierungsoptionen verwerfen Sie auf Wunsch den aktuellen Index und lassen ihn neu anlegen. Das empfiehlt sich bei Suchproblemen. Weder sollten Sie zu viele Inhalte indizieren noch allzu oft alles neu indizieren lassen, da dies Schreiblast auf einer SSD verursacht; die Flash-Speichermedien vertragen davon – im Gegensatz zu Festplatten – nicht unbegrenzt viel. Der Artikel-Autor erinnert sich an Windows-Vista-Zeiten, als die Systemsuche nach einer OS-Neuinstallation (!) bockte: Eigentlich sollte gerade nach einer OS-Erneuerung alles geschmeidig laufen. Um das Feature zur Arbeit zu bewegen, war es nötig, den Index neu aufzubauen – und in einem anderen Fall gleich eine zweite Neuinstallation. Ein Index braucht nicht nur Rechenleistung, sondern auch Speicherplatz. Bei modernen PCs fällt ein Bremseffekt in der Regel nicht auf, zumal der Windows-Indexer seinen Dienst nur mit vollem Tempo tut, wenn der PC im Leerlauf ist.

Mit Windows 8 (2012 erschienen) baute Microsoft die Windows-Suche im größeren Stil um: Sie ist eingebettet in das Ribbon-Menüband des Windows Explorers. Die Sortierfunktionen haben Sie so etwas bequemer im Zugriff. Das Einbeziehen von Änderungsdatum und Dateigröße sind nur zwei Beispiele für die vielfältigen Suchoptionen. Ein Nachteil der Windows-8(.1)-Suche, die Windows 7 nicht hatte und die bei Windows 10 beseitigt ist: Das Finden von Ordnern ist nicht möglich. Erst wenn Nutzer einen Ordner an die Kachel-Oberfläche anhefteten, befand er sich im Suchradius der Startmenü- respektive Kachel-Menü-Suche. Mit Windows 10 1909 (November 2019 Update) verschlechterte Microsoft dann noch die Explorer-Suche: Seitdem ist es nötig, die Eingabetaste zum Bestätigen einer Suchanfrage zu drücken. Dem haben wir einen Artikel gewidmet: „Windows 10 1909: Windows-Einstellungen-Suche funktioniert nicht“.
Die Windows-8.1-Suche durchforstet neben dem Bestand lokaler PC-Dateien das Web. Dabei zeigt sie mitunter Werbung an. Die Windows-10-Suche bezieht bei Ihren Anfragen ebenso das Internet mit ein. Bei Windows 7 erfolgen Suchen rein lokal, mit einem Registry-Hack fügen Nutzer dem Startmenü einen Eintrag hinzu, der Suchtreffer im Browser aufruft. Windows 8 ohne das 8.1-Update verhielt sich anders als Windows 8.1: Wer ins Kachel-Menü etwas tippt und die Eingabetaste drückt, der sieht keine Web-Treffer; beim Tastendruck passiert schlichtweg nichts.

Kein Bug, aber ein Kuriosum: Seit Windows 7 gibt es die Bibliotheken. Sie bündeln Dateien bestimmter Typen, unabhängig ihres realen Speicherorts. Solche Scheinordner stehen etwa für „Bilder“, „Dokumente“, „Musik“ und „Videos“ bereit. Ist der im Dienste-Manager von Windows (Win-R, services.msc) gelistete Dienst „Windows Search“ beendet und deaktiviert, erfasst Windows keine Dateien mehr: Die Indizierungsoptionen melden dann, dass die Indizierung nicht ausgeführt wird. Hier nun das Kuriose: Währenddessen funktioniert es nicht, in den Bibliotheken von Windows zu suchen. Das setzt voraus, dass der Indexer-Dienst im RAM ist. Unter Windows 10 20H2 (Oktober 2020 Update) etwa finden Sie die Indizierungs-Einstellungen (außer in den Indizierungsoptionen der Systemsteuerung) auch in der Einstellungen-App: Aufzurufen sind sie mit Win-i, dort klicken Sie auf „Suche > Windows durchsuchen“. Die App-Schaltflächen „Suchorte hier anpassen“ und „Erweiterte Suchindexeinstellungen“ führen Sie aber doch wieder zum Einstellungsdialog-Pendant der klassischen Systemsteuerung.

Wer braucht alternative Datei-Suchtools?

Ein zusätzliches Datei-Suchprogramm brauchen Sie nicht zwingend. Obwohl Microsoft Windows 10 hinsichtlich des Aufstöberns von Dateien verschlimmbessert hat (mit OS-Version 1909, siehe Artikel und einen weiteren), ist die Windows-10-Suche noch immer mehr als brauchbar. Sie bietet viele Funktionen – und eignet sich für Anfänger wie Experten. Ein Laie ignoriert die verschachtelte Funktionsfülle. Ein ambitionierter Nutzer arbeitet sich ein und präzisiert Suchanfragen. So ist das Auffinden von Inhalten ähnlich speziellen Suchparametern bei Google effektiver. Eine alternative Software kommt Ihnen gelegen, wenn Sie etwa auf eine schlanke Oberfläche Wert legen. Oder wenn Ihr Augenmerk auf dem werkseitigen Durchforsten mehrerer Partitionen in einem Rutsch oder auf anderen Ausstattungsdetails liegt. Eine gelungene Oberfläche trägt ebenfalls zur Sympathie bei. Vor allem, wenn die Windows-Suche bei Ihnen nicht so funktioniert, wie Sie sich das wünschen, sind Sie mit Ersatzlösungen gut bedient. Zumal sie teils schneller sind: Bei MFT-basierten Lösungen entfällt das zeitaufwendige Anlegen eines Indexes. Ein solcher entsteht (teils) auch, doch in null Komma nichts. Effektiv suchen Sie so früher los: Wo Windows noch indiziert, sind Sie anderswo schon startklar.
Zu Windows-XP-Zeiten waren einige Suchprogramme relevant, die heute schlechter als die Windows-Bordmittel sind. Zu den Vertretern alter Tage, die wir hier noch einmal würdigen wollen, gehören Superior Search und Google Desktop. Zu Superior Search gibt es mit Hulbee Desktop einen Nachfolger. Auch war früher Copernic Desktop Search en vogue. Brauchbar, aber auch kostenpflichtig, ist Lockeen; auch EF Find ist (wie bei diesem Hersteller üblich) kommerziell ausgelegt. Die nachfolgenden Programme sind zeitgemäßer als etwa Superior und jene von Google. Außen vor lassen wir das empfehlenswerte Tool Aborange VertippTop: Damit spüren Sie auf Ebay Produkte auf, die dort mit Rechtschreibfehlern reingestellt worden sind. So stoßen Sie auf Schnäppchen. Da es in diesem Artikel um Datei-Suchmaschinen geht, wäre diese Web-Recherche-Engine bei näherer Betrachtung hier deplatziert.

1. Everything: Das Google für die Festplatte/SSD

Das Nonplusultra in Sachen Dateisuchen – Everything – ist schlank und flink.

Zu den schnellsten Datei-Suchprogrammen gehört Everything, das manchem gar als das schnellste Tool gilt. Suchergebnisse zu Dateien und Ordnern erscheinen meist schon, bevor Sie mit dem Tippen der vollständigen Phrase fertig sind. Das Tool installiert sich als Systemdienst in Windows und ist dann im Hintergrund aktiv. Anhand eines Infobereich-Symbols (neben der Windows-Uhr) oder durch Eingabe von „everything“ in das Windows-Startmenü greifen Sie auf die Anwendungsoberfläche zu. Diese ist schlank, unauffällig im Positiven ist zudem der Ressourcenverbrauch – da wird nichts „weggebremst“. Ein Nachteil ist, dass Everything sich zwar wunderbar eignet, um verschollene Dateien wieder hervorzuholen, doch mangels Dateiinhalts-Suche stöbern Sie keine Files anhand von enthaltenem Text auf. Das wiegt in der Praxis aber nicht allzu schwer. Für die leichtere Handhabung gibt es eine Everything Toolbar: Diese binden Sie etwas aufwendig in die Taskleiste ein. Danach findet sich rechts in der Leiste ein Eingabefeld. Klicken Sie dort hinein, sehen Sie in einem nach oben hin ausgeklappten Fenster Suchergebnisse in Listenform. Das ist besonders bequem.

2. UltraSearch: Schnell und optisch modern

Die wohl beste Alternative zu Everything ist UltraSearch Free, auch dieses Tool läuft zuverlässig.

UltraSearch ist mit Everything in Sachen Suchtempo vergleichbar. Denn Dateisuchen erfolgen ebenfalls auf Basis der Windows-MFT-Daten. Die Oberfläche ist nicht ganz so minimalistisch wie bei Everything. Sie beruht auf dem Konzept eines Ribbon-Menübands – ähnlich Microsoft Office seit Version 2007. Das Aufstöbern von Textdateien anhand von deren Inhalt ist möglich. Da dabei jedoch keine MFT-Informationen zum Einsatz kommen, nimmt das mehr Zeit in Anspruch. Um das Prozedere zu beschleunigen, geben Sie vor, nur ein einziges Verzeichnis zu durchsuchen (statt des gesamten Laufwerks C:) – was aber nur funktioniert, wenn Sie die gesuchte Datei in einem bestimmten (Unter-)Ordner vermuten. Nachfolgend laden Sie die Free-Version von UltraSearch herunter. Diese genügt meist. Der Hersteller JAM-Software bietet auch eine Pro-Version an. In einer Tabelle führt er die Unterschiede auf.

 

3. Hddb File Search: UltraSearch- und Everything-Alternative

Hddb File Search ist optisch modern, trägt mit seinem Menüband aber nicht zu dick auf.

Mit Hddb Search erhalten Sie eine Datei-Suchmaschine, die ähnlich schnell wie die Tools in den obigen zwei Absätzen arbeitet. Die Bedienerführung ist Ribbon-basiert. Die Navigationspfeile oben links kommen im Design der Pfeile daher, die der Windows-8-Explorer einsetzt; unter Windows 8.1 wie bei Windows 10 besticht Hddb Search mit dieser optischen Raffinesse. Das Indizieren von Laufwerk C: passiert nicht automatisch, sondern erst, wenn Sie dem nach dem Start per Klick zustimmen. Auch nachträglich initiieren Sie die Erfassung des Laufwerksbestands. Die deutschen Beschriftungen der Buttons sind nicht optimal, weitgehend sind sie jedoch verständlich. Der Anbieter konzipierte sein Produkt als Alternative zum Dateisuch-Platzhirsch Everything: In der mitgelieferten (offline nutzbaren) HTML-Hilfe erklärt er englischsprachig, wo die Unterschiede zwischen Everything und Hddb Search liegen. Beispielsweise soll das Hddb-Tool schneller starten und flotter beim Sortieren sein, der Ressourcenverbrauch sei jedoch höher. Der Index aktualisiert sich bei Everything automatisch, bei Hddb File Search ist das nicht der Fall: Speichern Sie nach dem Indizieren eine neue Datei auf der Platte, erkennt Everything sie ohne weiteres Zutun, bei HddB File Search ist per Klick eine Datenbank-Aktualisierung erforderlich.

 

4. Ueli: Optisch ansehnlicher Software-Launcher

Mit Ueli (Windows-Launcher) starten Sie Ihre Programme schnell. Ein Plug-in-System erlaubt es, zu definieren, welche Inhalte das Utility aufstöbern soll.

Das schlanke Such-Utility Ueli hat nichts mit dem UEFI zu tun, dem Unified Extensible Firmware Interface – das der Nachfolger des BIOS ist, jener Mainboard-Firmware, die den PC beim Anschalten zum Leben erweckt. Ueli ist ein modern gestyltes und nützliches Gadget, das die Windows-Suche eher ergänzt als ersetzt. Wer optisch eindrucksvoll Programme und Webseiten (diese öffnen sich nach dem Drücken der Eingabetaste im Browser) aufstöbern will, blendet die Anwendung nach der Installation mit der Tastenkombination Alt-Space ein. So lautet die Tastenkombination in den Einstellungen: Das entspricht dem Hotkey Alt-Leertaste. Dort stellen Sie den Hotkey auf Wunsch um. Rechenaufgaben in Ueli sind möglich: Das Ergebnis etwa einer Addition erscheint sofort, per Eingabetaste kopieren Sie es in die Zwischenablage. Für komplexere Suchanfragen eignet sich weiterhin der Windows Explorer sehr gut. Möchten Sie weitere Bereiche durchsuchen, etwa die Systemsteuerung nach Einstellungen, oder anhand von Dateipfaden (nicht aber Dateinamen) Files öffnen? Hierfür braucht es Plug-ins: In den Einstellungen leuchten bei bereits berücksichtigten Bereichen grüne Punkte, ein roter Punkt bedeutet jeweils, dass dieser Teil durch ein Plug-in zu ergänzen ist. Die Plug-ins sind nicht erst herunterzuladen, sondern lassen sich per Klick auf ihre Ein-/Ausschalter oben rechts einfach zuschalten: Dabei wechselt die Farbe des On-/Off-Zeichens von Rot zu Grün.

 

5. Wox: Moderner, schlanker Programm-Starter

Neben Ueli macht Wox eine gute Figur, was schnelle Programmaufrufe via Launcher angeht.

Mit Wox bekommen Sie, ähnlich Ueli, ein schwebendes Desktop-Gadget für Ihre PC-Suchen. In ihrem Design sind beide Anwendungen minimalistisch; der Speicherverbrauch ist bei Wox im installierten Zustand geringer (5 Megabyte vs. 360 Megabyte). Der Aufruf von Wox erfolgt über Alt-Leertaste: Danach geben Sie den Namen eines Programms, einer Systemeinstellung oder einen Dateipfad ein. Ein Plug-in-System findet sich wie bei Ueli. Themes liefert das Programm mit. Das Zuweisen einer alternativen Aufruf-Tastenkombination ist wie beim Konkurrenten möglich: Es verläuft über die Eingabe der Wunschtasten (statt über zwei Drop-down-Menüs). Klicken Sie bei einem Wox-Suchfund mit der rechten Maustaste, haben Sie die Möglichkeit, die betreffende Software mit Administratorrechten aufzurufen.

Weitere interessante Suchprogramme

Sicher nicht das beste, aber ein nützliches Such-Utility ist Wise Jet Search: Das streckt die Fühler auf mehreren Laufwerken nach der Datei, deren Namen Sie eingeben, aus. Damit die Suche beginnt, drücken Sie die Eingabetaste. Glary Quick Search durchstöbert die lokale HDD/SSD und zeigt oben ergänzend Suchvorschläge für Internetsuchen an. Diese sind „Powered by Bing“. Per Klick darauf öffnen sich dann jedoch per Umleitung über http://isearch.glarysoft.com/(…) Google-Trefferseiten zum angeklickten Recherchebegriff. Glary und Wise haben ihren Sitz in China.
Die Windows-10-App Fluent Search rufen Sie mit Strg-Alt auf. Nach Eingabe einer Phrase wählen Sie, ob Sie sie an Google oder Bing übergeben wollen. Auch das direkte Ausführen auf Kommandozeile (cmd.exe) und PowerShell ist möglich. Zu eingetippten Rechenaufgaben erscheint in der App direkt das Ergebnis.
Schließlich ist Tabbles Free einen Blick wert: In dem Programm navigieren Sie zu Dateien und weisen Tags zu. Tippen Sie diese Stichwörter in der Tabbles-Oberfläche in das Suchfeld oben rechts, finden Sie die Elemente wieder. Machen Sie sich die Mühe, Ihre Files zu kategorisieren, finden Sie sie anhand von Dateinamen und Tags.

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